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Die Mitte - Kanton Thurgau Bezirksparteien Die Mitte Thurgau 60+Erlebtes Parteitag der Mitte 60+ Schweiz in Basel
Das EU-Vertragspaket im Fokus der Mitte 60plus
Nach dem 2021 gescheiterten Rahmenprogramm mit der EU bietet sich mit dem vorliegenden EU-Vertragspaket eine echte Chance, das Erfolgsmodell Schweiz weiterentwickeln zu können. Dies war das Fazit am kürzlichen Parteitag von Die Mitte 60plus am Parteitag in Basel. Alt Nationalrätin Ida Glanzmann-Hunkeler (Altishofen LU) eröffnete als Präsidentin von Die Mitte 60plus Schweiz diesen Parteitag mit über einhundert Besuchenden im Novartis-Campus in Basel. In seinem Grusswort betonte der neue Mitte-Schweiz Präsident Nationalrat Philipp Matthias Bregy die Tagesaktualität der Thematik angesichts der geopolitischen unsicheren Entwicklungen, namentlich den Handelszoll-Demarchen mit den USA.
Freier Marktzugang als zentrale Zielsetzung Eingangs hielt der ehemalige Staatssekretär Dr. Mario Gattiker ein gehaltvolles Referat zum EU-Vertragspaket, welches der Bundesrat in die öffentliche Vernehmlassung gegeben hat. Das vorliegende EU-Vertragspaket setze auf stabile Beziehungen zur EU als wichtigsten Handelspartner für den Wirtschaftsstandort Schweiz. Ein verlässlicher Marktzugang werde über diverse Einzelverträge wie für die Strom- und Verkehrsbereiche, die Personenfreizügigkeit und Lebensmittelsicherheit usw. geregelt. Der Referent erwähnte auch die Schutzkonzepte betreffend Zuwanderung und Lohnschutz, wo der Bundesrat grösstmöglichen innenpolitischen Handlungsspielraum wahren wolle. Grundsätzlich wären die direkte Demokratie und die föderalistischen Strukturen nicht gefährdet.
Prominent besetzter Podiumstalk Dass der bilaterale Weg mit der EU fortzusetzten sei, herrschte grundsätzlich Einigkeit bei den Podiumsgästen. Einzig für SVP-Nationalrat Thomas de Courten (BL) sei das vorliegende EU-Vertragspaket nicht tauglich sondern für die Schweiz gar nachteilig. Die staatliche Souveränität und Eigenständigkeit würden geschmälert und verschaffe der EU fragwürdige Einflussnahmen gegenüber der Schweiz. Solchen Ansichten widersprach vorab Mitte Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter (BS). Gerade die Vernetzungsregion Basel sei auf grenzüberschreitend verlässliche Beziehungen zu den Nachbarstaaten angewiesen. Diese Argumentation bestätigte ausdrücklich Nicola Yuste aus Sicht und im Interesse von Novartis und anderer wichtiger Firmen. Die politische Philosophin Dr. Katja Gentinetta würdigte das EU-Vertragspaket für die Schweiz als echter Durchbruch. Status Quo wäre absolut keine verantwortbare Option. In der von Hanspeter Trütsch moderierten lebhaften Diskussion schilderte ebenfalls Mitte-Präsident Philipp Matthias Bregy, dass gerade die aktuellen US-Strafzölle vor Augen führen, wie wichtig stabile und entwicklungsfähige Beziehungen vor allem mit dem wichtigsten Handelspartner EU seien. In der offenen Diskussion mit dem sehr interessierten Plenum wurde dieser grundsätzlichen Beurteilung, dass das EU-Vertragspaket geeignet sei, um das Erfolgsmodell Schweiz nachhaltig und verlässlich weiter entwickeln zu können. Demnach werde die Mitte Schweiz zielstrebig eine befürwortende Kampagne vorbereiten.
Das prominent besetzte Podium mit (vl) SVP-Nationalrat Thomas de Courten (BL), Nicola Yuste (Head Swiss Public Affair Novartis), Moderator Hanspeter Trütsch, Dr. Katja Gentinetta (politische Philosophin), Mitte-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter (BS) und Philipp Matthias Bregy (Präsident Die Mitte Schweiz)
Basel hat auch kulturell beeindruckt Wer Augen und Ohren offen hat: Das Einfallstor «Basel» am Rhein zur Schweiz bietet eine Vielfalt an historischen Bauten, an Brauchtum und kulturellen Aktivitäten. Auf einem Kurztrip konnten rund fünfzig Gäste am Vortag des schweizerischen Parteitages von Mitte 60plus dies feststellen
Bestaunenswerte Sehenswürdigkeiten Gestartet wurde der dreistündige Stadtrundgang beim Stadthauscafé der Bürgergemeinde, wo Bürgerrat Stefan Wehrle begrüsste. Felix Rudolf von Rohr und Oswald Inglin schilderten den interessierten Gästen diverse Sehenswürdigkeiten und auch viel Historisches. Etwa wie durch die Gebrüder Sarasin, die mit Erfindungen zu den Seidenbandfarben Basel zu Reichtum gekommen sind, was zum Entstehen der chemischen Industrien geführt habe.
Faszination Münster mit einzigartiger Orgel Mehrfach mit dem Blick auf den Rhein führte der Rundgang schliesslich zur markanten Münsterkirche, eines der ältesten Kunstdenkmäler von Basel. Dort erstellten die Römer bereits ums Jahr 30 nach Christus eine Kastelle. Besonders beeindruckend ist die «Mathis-Orgel», welche 2003 renoviert wurde. Diese hat vier Manuale und Pedal auf 78 Registern mit mechanischer Spiel- und Registertraktur (Doppeltraktur). Nach einer kurzen Präsentation hat Münsterorganist Andreas Liebig beim vierzigminütigen Orgelspiel «Soli deo gloria» sprichwörtlich ‘alle Register gezogen’. Im meteorologisch angesagten Regen wurden dann die Mitte-Senioren von der Pfeiffer- und Trommlergruppe der Basler Fasnachtsclique Rhyschnogge lautstark zum Gasthof «zum Goldenen Sternen» begleitet. Hier in Basel’s ältestem Gasthof wurden ein Apero kredenzt und dann ein feines Nachtessen aufgetischt.
Prominenz zu Gast Beehrt wurden die 60plus Senior/innen vorwiegend aus der ganzen Deutschschweiz von geladenen Ehrengästen. Die Mitte-Regierungsräte Lukas Engelberger (Basel-Stadt) und Anton Lauber (Basel-Landschaft) würdigten die Wirtschaftsmetropole Basel am Eingangstor zur Schweiz. Wolfgang Dietz (ehemaliger Oberbürgermeister der benachbarten Stadt Weil a/Rhein) bezeichnete das Dreiländer-Eck gar als «Verflechtungsregion» mit vielen Tausenden gegenseitigen Grenzgänger/innen. Dieses bestaunenswerte Potenzial für die überregionale Wirtschaft bestätigte auch Jocelyine Straumann, Maire-Adjointe aus dem französischen St. Louis mit dem Flughafen Mülhausen.
Reibungslose und baseltypische Organisation An diesem gesellschaftlichen Rahmenprogramm waren auch die Lokalkolorit in Aktion. Paul Rüst (Basel BS ) und Peter Brügger (Reinach BL) sorgten unterstützt von beispielhafter Frauenpower für eine reibungslose Organisation. Nebst Oswald Inglin als zweiter begnadeter Stadtführer überraschte Felix Rudolf von Rohr – altgedienter Basler Fasnachtsobmann mit innigem Herzblut und ehemaligen Mitte-Grossratspräsident – mit einem Griff in die Sammelkiste der «Schnitzelbänke» und bot einige träfe Beispiele, wie Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben und Geschehen jeweils humorvoll, ironisch und zuweilen unverblühmt auf die Schippe genommen werden. Diese bewundernswerte Tradition lobend benutzte Mitte 60plus-Präsidentin Ida Glanzmann – selber eingefleischte Fasnächtlerin im Luzernischen – bei ihrem Schlusswort verbunden mit grossem Dank an alle Gäste sowie an das OK und Gastro-Team.
Text und Fotos: Alois Hodel, Egolzwil